Die Todesopfer Europas

Foto: Jörg Schulz

Gestern fand organisiert von unseren Freund*innen Corasol eine öffentliche Gedenkfeier für die Toten an Europas Außengrenzen statt.
In Trauer und Wut wurde an über 1700 Menschen erinnert, die in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken sind. Und an all diejenigen, die in der Wüste, an Zäunen, in Lagern, durch Gewalt oder Suizid ums Leben kamen.

Wir dokumentieren hier den Redebeitrag von Bruno Watara:

Ist eine neue Zeit angebrochen oder wollen wir dieser Welt ein weiteres Verbrechen an der Menschheit hinzufügen?

Diese Zivilisation, der die Kolonisierung zugrunde liegt, zeigt uns ihr Gesicht. Diese Zivilisation riss Menschen mit Gewalt aus ihren Familien verschleppte sie in einen anderen Kontinent und zwang sie mit dem Rohrstock für sie zu arbeiten.

Diese gepriesene Zivilisation, die so stolz auf sich ist, zeigt uns wirklich ihr Gesicht.
Wer spricht heute angesichts der Migration davon, was europäische Staaten getan hat? Sie nennen uns als Gründe für Migration den Hunger, die Perspektivlosigkeit und die Wirtschaftsmigration. Von Ihren Verbrechen sprechen sie nicht.

Kurz nach der Kolonialzeit wurden Vereinbarungen über Vereinbarungen getroffen um den ehemaligen Kolonien zu „helfen“. Diese Vereinbarungen halfen dabei, die Länder noch besser ausbeuten und plündern zu können.
Wie soll man ein freies Abkommen schließen, wenn einer dabei eine Pistole in der Hand hält?
Das mächtige Europa zwingt auch heute noch seine Ex Kolonien zu diesen Abkommen. Wer es wagt, ihre Bedingungen nicht zu akzeptieren, wird getötet oder gejagt.
Als es im Sommer in Deutschland für ein paar Monate nicht geregnet hatte, haben die Bauern großen Alarm ausgelöst als würden sie im Sterben liegen und Milliarden gefordert.
Ich frage mich, wer verursacht eigentlich den Klimawandel? Ich glaube nicht, dass es die armen Länder im Süden sind!
Aber in einigen dieser Länder regnet es seit 4,5 Jahre nicht mehr. Welcher Bauer in Deutschland kann seine Kinder zu Hause halten, wenn es 2,3 Jahre lang nicht regnet?

Viele von uns würden gerne auf unserem eigenen Kontinent nach einem besseren Ort suchen. Doch auf europäischen Druck wurde es uns verunmöglicht.. Abschaffung der Visa Freiheit, Passzwang, Grenzsicherungen und Kontrollen – wir fühlen uns wie Gefangene zu Hause.
Wer sich gefangen fühlt, wird versuchen zu fliehen.
Wenn sich hier in Europa Menschen gefangen fühlen, werden sie nicht versuchen zu fliehen?
Sie alle wissen, dass viele von denen die sich aufgemacht haben, ihre Familien und Freunde nicht mehr sehen werden.

Tausende ertrinken vor den Augen dieser ach so zivilisierten Länder oder verdursten in der Sahara.
Und es sind doch diese Länder, die für diese Massenflucht verantwortlich sind!
Und diejenigen, die helfen wollen, werden systematisch kriminalisiert und von Haft bedroht.
Was würde wohl passieren, wenn nur zwei oder drei junge Europäer vor der afrikanischen Küste am ertrinken wären und wir würden ihnen nicht helfen?
Europa drängt indirekt junge Menschen dazu, aus ihren Häusern zu fliehen und lässt sie dann ertrinken! Selbst wenn das europäische Staaten und die, die Leute sterben sehen, sich versteckt oder vorgibt nichts zu wissen, die ganze Welt und vor allem die Familien dieser Personen werden es niemals vergessen.

Diese massive Tötung muss einen Namen in dieser zivilisierten Welt haben. Und dieser Name ist Mord.

Um zum Schluss zu kommen:
Wir freuen uns, dass wir heute so viele sind, und WIR BRAUCHEN EUCH AUCH IM ALLTAG!
Unterstützt unsere Kämpfe gegen Abschiebungen und für Familiennachzug!
Kommt zu unseren Demos!
Beteiligt Euch an Unterstützungsstrukturen!