das Recht auf die Liebe

02.02.19 Berlin: Redebeitrag von Elly und Christin, ‚Initiative Familienleben für Alle!‘, auf der Zwischenkundgebung unserer Demonstration für Familiennachzug und Grundrechte vor dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

„Familienleben für alle“ bedeutet für mich das Recht auf die Liebe für möglichst viele verschiedene Lebenskonzepte.
Leider ist das öffentliche Zusammenleben von gleichgeschlechtlichen Menschen nicht überall auf der Erde möglich. In meinem Herkunftsland ist es unmöglich offene Homosexualität auszudrücken z.b. als ein Paar durch die Straße zu laufen. Die allgemeine Menschenrechtslage in den vergangenen Jahren hat sich immer weiter verschlechtert, Journalistinnen und Journalisten und sonstige VertreterInnen. die versuchen LGBT Rechte zu verteidigen sind noch stärker unterdrückt und werden eingeschüchtert. Besonders schwer ist die Situation für Transgender Menschen, es ist kaum möglich als Trangender einen Job zu finden. Und feindseliges Verhalten von Arbeitskollegen, psychische Gewalt, dumme sexistische Sprüche auf der Straße und gewalttätige Angriffe machen das Leben unerträglich. Das Selbstbestimmungsrecht der lesbischen Frauen wird stark eingeschränkt. Oft sind die eigene Eltern die erste Gegner. In der Gesellschaft dominiert die altertümliche patriarchale Tradition. Wie oft dient diese eingebildete Tradition nur als Rechtfertigung von Gräueltaten? Solche Länder kann man auf gar keinen Fall als sichere Länder bezeichnen. Es gibt Krieg ohne Panzer!

In Deutschland gibt es den großen Vorteil, dass man man selber sein darf und sich freiwillig die jeweilige Gruppe suchen darf, sich beruflich realisieren darf und sich dadurch als ein Teil der Gesellschaft fühlen darf.
Aber in Bezug auf Familienzusammenführung sieht man eine offensichtlich überregulierte Bürokratie und verkomplizierte Gesetze, die die Lebenszeit vergiften. Die Regeln zum Familiennachzug sind verwirrend und so konstruiert, dass es keine Ausnahme gibt und es sehr,sehr lange dauert.
Es ist sehr schwierig es für Migrantinnen und Migranten aus Ländern, die nicht zur EU gehören, eine Aufenthaltserlaubnis aus familiären Gründen zu bekommen. Selbst wenn wir schon lange hier sind. Wir müssen nachdem wir geheiratet haben, oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begonnen haben, wieder ausreisen. Dann müssen wir von unserem Heimatland aus, ein Visum als Ehegatte beziehungsweise Lebenspartnerin beantragen. Und es kann sehr lange dauern, bis wir dieses Visum bekommen. Solange wir nicht mit dem „richtigen“ Visum eingereist sind, bekommen wir keine Aufenthaltserlaubnis – auch wenn wir mit Deutschen verheiratet oder verpartnert sind.
Warum müssen gut integrierte, sprachlich versierte, ausgebildete Menschen ausreisen oder abgeschoben werden?
Ich leide sehr unter diesem Ausreisezwang, unter der drohenden Trennung von meiner Lebenspartnerin und der Unübersichtlichkeit des gesamten Familiennachzugsprozesses!
Ich will Gleichberechtigung. die Möglichkeit zur Freizügigkeit. Und das Recht auf Arbeit und Ausbildung für alle Familienangehörigen, die hier leben.

Christin:
Als deutsche Bürgerin, die mit einer Frau verheiratet ist wurde ich negativ überrascht wie schikanierend diese Regeln sind. Ich bin auch verzweifelt. dass Behörden keine Nachsicht haben und Lebenssituationen nicht individuell betrachten.

Wir wollen, dass alle Familien und die Partnerschaften zwischen Ausländern und Deutschen, von allen Menschen egal von wo auf dem Planet Erde gleichbehandelt werden!

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