27.09.2019, Frankfurt: Film und Diskussion „Kein Recht auf Familie?“

Im Rahmen der Interkulturelle Woche 2019 und anlässlich des Tags des Flüchtlings zeigt der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. / Verband Binationaler Frankfurt gemeinsam mit der Initiative ‚Familienleben für alle!‘ einen Film.

Der Film erzählt die Geschichte von Fteim Almousa und ihrer Familie. Sie müssen seit Jahren auf ein gemeinsames Familienleben warten. Fteim ist eines der Gründungsmitglieder der Initiative ‚Familienleben für Alle!‘ und war die erste, die einen Text für unsere Homepage geschrieben hat: mein Herz brennt

27.09.2019
17.00 Uhr
Filmforum Höchst
Emmerich-Josef-Str. 46a,
65929 Frankfurt am Main

Filmvorführung: „Kein Recht auf Familie? Geflüchtete kämpfen um ihre Angehörigen“

Anschließendes Gespräch mit der Regisseurin Denise Dismer, Fteim Almousa & Dorothea Lindenberg, Initiative ‚Familienleben für Alle!‘

Der Eintritt ist frei!

Infos zum Film:

Seit über drei Jahren hat Fteim Almousa nur über das Internet Kontakt zu ihrem Mann und ihren vier Kindern. 2015 flüchtete die Schuldirektorin vor Morddrohungen mit ihrer Familie zuerst in den Libanon, dann allein weiter nach Deutschland. Sie lebt heute in Baden-Württenberg. Die lange Trennung von ihrer Familie ist für sie alle nur schwer zu ertragen. Ihre Familie sitzt seit der Aussetzung des Familiennachzugs im libanesischen Flüchtlingscamp fest.
Der Schutz der Familie gilt – zumindest theoretisch – für alle, und zwar unabhängig von Staatsangehörigkeit, Herkunft oder Religion. Aber in der Praxis stehen Familien wie die von Fteim Almousa, die durch nationale Grenzen getrennt sind, vor großen Hindernissen, wenn sie als Familie zusammenzuleben wollen. Gesetzliche Regelungen, wie die zunehmende Einstufung als “subsidiär geschützte” und die anschließende Aussetzung des Familiennachzugs für diese Gruppe, sollen den Familiennachzug langsamer machen oder verhindern. Seit August 2018 soll es 1000 Visa im Monat für die Familien subsidiär Geschützter geben. Das reicht nicht, die Wartezeiten sind lang und schwer abzuschätzen. Es werden Dokumente gefordert, die nicht vorhanden oder nicht zu beschaffen sind. Die Konsulate im Libanon und anderen Krisen- und Bürgerkriegsgebieten sind fast unerreichbar. Und die Zeit drängt, auch für Fteim: Denn zur einreiseberechtigten “Kernfamilie” werden nur minderjährige Kinder gezählt. Wird ihr Antrag nicht rechtzeitig genehmigt, müssen Fteims zwei älteste Töchter möglicherweise alleine im Libanon bleiben.

In ihrem Film zeigt Regisseurin Denise Dismer eindrücklich, wie schwer der Kampf für ihr Recht auf ein Familienleben ist und vor welche Zerreißproben er Betroffene stellt.

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