der schlimmste Tag in meinem Leben…

Ein Hilferuf.

Update 26.08.2019, 16:00:

Rechtsanwältin Laaser informiert auf Facebook:

Mein Mandant Mustafa M. wurde soeben aus der Abschiebehaft entlassen. Wir hoffen, dass er nun zeitnah eine sichere Aufenthaltsmöglichkeit erhält und ab September seine Ausbildung beginnen kann.
Ich bin mal wieder überwältigt gewesen von der großen Unterstützung, die wir von den verschiedensten Seiten erhalten haben. Das hat insbesondere meinem Mandanten und seiner Freundin großen Halt in den letzten Tagen gegeben und bedeutet so viel.“

Danke an seine tolle Rechtsanwältin und an alle, die mit E-Mails und Faxen an den Innenminister Bayerns dazu beigetragen haben!


23.08.2019

Schon wieder will eine Ausländerbehörde in Bayern eine Familie auseinander reißen: Mustafa Momini soll nach Afghanistan abgeschoben werden. Denn am 27.8 findet wieder einer der monatlichen Abschiebeflüge nach Afghanistan statt.

Rechtsanwältin Laaser kommentiert auf Facebook:

„Soeben wurde ein afghanischer Mandant von mir verhaftet. Er ist seit 2013 in Deutschland, Anfang des Jahres haben wir ihn zur Prüfung bei der Härtefallkommission angemeldet, da er bestens integriert ist. Ein Ergebnis stand noch aus. Er spricht gut deutsch, hat keine Vorstrafen und könnte ab September eine Ausbildung beginnen. Jegliche Bemühungen in Arbeit oder Ausbildung zu kommen, wurden durch die Ausländerbehörde in der Vergangenheit verhindert. Er wurde zum Nichtstun verdonnert, nutzte es jedoch um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Trotz Frust, trotz Angst und ständiger Gegenwehr, bspw. grundlose Streichung jeglicher Leistungen, Verweigerung eine Duldung herauszugeben usw. Trotzdem lernte er weiter fleißig deutsch und bemühte sich immer wieder um neue Ausbildungs- und Arbeitsangebote. Nun soll er am Dienstag nach Kabul abgeschoben. Verhaftet wurde er gerade in der Wohnung seiner hier lebenden (deutschen) Freundin. Ihren Schmerz muss ich nicht erklären“

Wir teilen hier den verzweifelten Hilferuf von Doro Schwarz, der Lebensgefährtin von Mustafa Momini. Sie bittet alle darum, Protestbriefe, Faxe oder E-Mails an den politisch verantwortlichen Innenminister Bayerns zu schreiben.
Bitte macht das und zeigt Solidarität! Werdet aktiv! Das Recht auf ein Familienleben in Sicherheit muss für alle gelten!

Alle in München und Umgebung rufen wir außerdem dazu auf, an der Demo gegen Abschiebungen am 27.08. teilzunehmen. Denn jede Abschiebung ist Unrecht! Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen aus ihrem Leben heraus gerissen werden und in Terror, Krieg, Unterdrückung und Elend geschickt werden. Mehr Information hier: Für das Recht zu kommen, für das Recht zu bleiben!


Das ist heute vermutlich der schlimmste Tag in meinem Leben und wir brauchen dringend eure Hilfe.
Mein Freund und Lebensgefährte Mustafa Momini wurde gerade verhaftet und soll nächste Woche abgeschoben werden.
Mustafa ist aus Loghar in Afghanistan und lebt seit fast 6 Jahren, also seit 2013 in Bayern bei Augsburg. Wir sind seit mehr als einem Jahr ein Paar. Er ist ein so liebevoller und ehrgeiziger Mensch, der aus dem Krieg hierher zu uns gekommen ist und bei uns eine neue Heimat und eine neue Familie gefunden hat.
Seit wir zusammen sind, ist unser Leben perfekt gewesen. Mustafa ist in der Berufsschule gewesen, hat dort die Integrationsklassen abgeschlossen und wollte jetzt eine Ausbildung beginnen. Der Ausbildungsvertrag zum Parkettleger liegt bei der Handwerkskammer.
Wir sind gerade mitten im Umzug, morgen wäre eigentlich der Umzugstermin und wollten uns gemeinsam etwas aufbauen. Mitten im Umzugschaos wurde er heute Morgen verhaftet, obwohl sein Fall bei der Härtefallkommission liegt.
Die Härtefallkommission kann dann angerufen werden, wenn ein Asylbewerber abgelehnt ist, aber durch seine gute Integration und wegen guter Bleibeperspektive hier in Bayern bleiben kann. Die Hürden sind hoch, aber die Vorprüfung hatte Mustafa schon geschafft. Eigentlich waren wir jetzt ganz positiv, dass diese schreckliche Unsicherheit für uns bald ein Ende hat und wir ein normales Leben als Familie führen können.
Ich bin vollkommen verzweifelt und meine beiden Kinder, die eine enge Bindung zu ihm haben und momentan Ferien, müssen mit anschauen wie unsere Familie gewaltsam auseinandergerissen wird.
Mustafa ist der beste Mann, den man sich wünschen kann. Er ist aktiv im Alpenverein und begleitet dort Ausflüge und liebt unsere bayerische Heimat sehr.
Wir haben immer alles gemeinsam gemacht, endlich war unser Familienleben wieder richtig perfekt! Ich stehe völlig neben mir und bitte euch darum, an den Innenminister Herrmann zu schreiben, mit der Bitte, dass Mustafa hier bei uns bleiben darf.
Härtefallantrag war gestellt, Ausbildungsvertrag liegt bei der Kammer als Parkettleger, hat Berufsintegrationsklassen gut bestanden, und jetzt soll alles umsonst gewesen sein.

Bitte unterstützt uns, damit Mustafa bei mir bleiben kann!

Bitte schreibt einen Brief oder Email an Herrn Innenminister Herrmann. Bittet um ein Bleiberecht für ihn und schreibt ruhig, wenn ihr ihn persönlich kennt auch eure eigenen Erlebnisse mit ihm…

Falls ihr nicht kreativ genug für einen eigenen Brief oder eine Email seid, habe ich ein Unterstützerschreiben reinkopiert, das ihr gerne nehmen könnt…
Bitte helft mit und schreibt an:

Büro Innenministerium
Herrn Innenminister Herrmann
Odeonsplatz 3
80539 München
Fax: (089) 2192-12 100
E-Mail: joachim.herrmann@csu-bayern.de

Und auch an
Herr Scheufele Amtschef Innenministerium BY <amtschefbuero@stmi.bayern.de>
Präsident Landesamt Herr Hampel praesident@lfar.bayern.de

Vielleicht könnt ihr uns damit helfen, vielleicht kann Mustafa bei uns bleiben! Vielen vielen Dank und alles Liebe für euch!

—-

Bleiberecht für Mustafa Momini (geb. 22.06.1998 in Loghar, Afghanistan)

Sehr geehrter Herr Minister Herrmann,

ich wende mich wegen Mustafa Momini an Sie und hoffe sehr, dass Sie sich für einen positiven Ausgang des Falles einsetzen.
Mit großer Besorgnis habe ich erfahren, dass Herr Momini heute Morgen verhaftet wurde und nächste Woche nach Afghanistan abgeschoben werden soll.
Herr Momini kam im Jahr 2013 nach Bayern, in die Nähe von Augsburg, wo er bis heute als abgelehnter Asylbewerber mit Duldung wohnt.
Er hat die Berufschulintegrationklassen erfolgreich abgeschlossen, hat einen Ausbildungsvertrag, der gerade bei der Handwerkskammer liegt und er ist hier sehr gut integriert. Sein Fall liegt bei der Härtefallkommission und sollte jetzt eingereicht werden. Seine Freundin und er waren dabei die letzten Unterlagen zu bringen, um dann eben aus Gründen eines Härtefalls um ein Bleiberecht zu ersuchen.
Er hat seit über einem Jahr eine deutsche Freundin und hat hier eine Familie gefunden. Die beiden waren gerade mitten im Umzug, in die Wohnung, in die Herr Momini dann mit seiner Freundin und den Kindern einziehen will.
In seiner Freizeit ist er im Alpenverein aktiv und begleitet dort die Ausflüge. Bayern ist nach 6 Jahren seine Heimat geworden. Er liebt unser Land, und ist mittlerweile hier fest integriert.
Herr Momini kommt aus Afghanistan. Die Sicherheitslage dort wird immer schlechter. In den deutschen Medien konnte man in den letzten Tagen von mehreren blutigen Anschlägen lesen.
Ich bitte Sie, Herr Innenminister, sich für ein Bleiberecht für Herrn Momini einzusetzen und damit ihm und uns eine Chance zu geben.
Sie haben immer wieder in der Presse gesagt, dass Sie sich Einzelfälle genau anschauen. Herr Momini ist sehr gut integriert, hat eine deutsche Lebensgefährtin, möchte hier eine Ausbildung machen und hat keine Vorstrafen.
Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Herr Momini aus der Abschiebehaft entlassen wird, seine Abschiebung gestoppt wird und sein Härtefall in der Kommission behandelt werden kann, damit er seine Ausbildung aufnehmen kann und hier in Ruhe mit seiner Familie leben kann.

Mit freundlichen Grüßen


Berichtet hat auch am 27.08.2019 neues-deutschland.de: Knapp an der Abschiebung vorbei. Trotz Ausbildungsplatz sollte ein junger Afghane zurück. Andere haben weniger Glück

4 Kommentare

  1. Hallo Herr Herrmann, bitte verhalten sie sich christlich sozial und lassen sie den jungen Mann aus Afghanistan Mustafa Momini in seiner neuen Heimat Bayern. Er besitzt alles was von einem Deutschen Mann verlangt wird, wirklich deutscher geht es nimmer. Das gilt für viele Zugewanderte, sie sind ehrgeizig und fleißig, was bei vielen unserer Jugend abhanden gekommen ist. Wir brauchen diese jungen Menschen dringend. Es wird Zeit das unser degeneriertes Volk ein wenig aufgemischt wird. Also geben sie sich einen Stoss. Mit freundlichen Grüssen.

    1. Danke für deinen Kommentar. Hoffentlich hast du das auch Herrn Hermann geschickt – es ist sehr unwahrscheinlich, dass er die Kommentare auf unserer Homepage liest.

  2. Pingback: LabourNet Germany
  3. Ich finde Jeden Einzelnen Asyl-Suchenden bewundernswert, der in kurzer Zeit sich in unserem Land integriert…was offensichtlich vielen Einheimischen nicht gelingt…unsere Spache erlernt, einen Job sucht und arbeitet und wenn er dannnoch familiären Anschluß und Rückendeckung hat, umso besser!

    Ich habe „meinen Syrer Muhammat“ verloren, habe aber gehört, dass die Familie wieder fast komplett ist, nachdem der Vater HIER gestorben ist, aber dafür die Schwester gekommen ist. Die Familie war äußerst freundlich und für Alles dankbar…aber sind aus meinem Umfeld verschwunden….LEIDER!

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