13.07.2020 Berlin: Demo für Familiennachzug

ስደተኛታት ውን መሰል ስድራ ኣለዎም!

Die Initiative Familiennachzug Eritrea fordert mit einer Demonstration das Recht auf Familiennachzug ein. Wir freuen uns sehr, dass sie unser Logo in einer Version in Tigrinya benutzen.

Demonstration in Berlin am Montag, 13. Juli 2020
Auftakt: 11:00 Uhr am Tränenpalast, S-Bahnhof Friedrichstraße

 

Der Aufruf der Initiative Familiennachzug Eritrea (Deutsch unten / English below):

Als PDF zum Ausdrucken und Verteilen: Tigrinya Deutsch English

ስደተኛታት ውን መሰል ስድራ ኣለዎም!

ንሕና ከባቢ 1200 ንኸውን ኤርትራውያን ተቐማጦ ጀርመን ናይ ፖለቲካ ዑቑባና ተቐቢልና መሰል ምጥርናፍ ስድራ ብሕጊ ዝፍቀደና እንደሃለወ ደቅናን በዓልቤትናን/በዓልቲቤትናን ኣብ ብፓለቲካ ዘይርጉእ ቦታታት ከም ኢትዬጲያን ሱዳንን ምስ ስድርኦም ክሕወሱ እንዳተጸበዩ ምስ መሪር ናፍቀቶም ንነዊሕ ዓመታት ተፈላልዮም ይርከቡ።
እቲ ምኽያት ድማ ናይ ጀርመን ቢሮክራሲ ክስገር ዘይክአል ዕንቅፋታታት ስለ ዝገብረልና እዩ። ንጥርናፈ ቪዛ ንምርካብ ካብ ጀርመን ኢምባስታት ንሕተቶ ወረቓቕቲ ኣብ ኢድና ዘየለን ንምርካቡ ልዕሊ ዓቅምናን ኢዩ።
ናይ ጀርመን መንግስቲ ቢት ጽሕፈታት ኩሉ ካብ ኤርትራ ዝመጽእ ወረቓቕቲ ብናይ ኤርትራ መንግስቲ ሕጋውነት ክለብስ ይሐቱና። ነዚ ንምስላጥ ንሐደ ሰብ ኣብ ኤርትራ ምውካል የድሊ። እዚ ድማ ኣብ ጀርመን ዝርከብ ናይ ኤርትራ ኢምባሲ ይሳለጥ። እቲ ጸገም ግን ነዚ ወረቐት ንምርካብ ናይ ጣዕሳ ወረቐት ክንፍርም ንግደድ። ትሕዝቶ ናይቲ ናይ ጣዕሳ ወረቐት፣ ዓድና ኸዲዕና ምውጻእና ከምንጠዓስን መንግስቲ ብቁዕ እዩ ዝብሎ መቅጻዕቲ ከምንቅበሎን ካብኡ ሐሊፉ ድማ ወርሐዊ 2 ሚእታዊት ካብ ወርሓዊ ደሞዝና ናብ መንግስቲ ኤርትራ ክንከፍል ንግደድ።
ኩሎም ናይ ጀርመን ኢምባስታት ኣብ ትሕቲ ናይ ሚንስትሪ ወጻኢ ጉዳያት እዮም ዝመሐደሩ። ናይ ወጻኢ ጉዳያት ሚንስትሪ ነዚ ጸገማት ናይ ኤርትራውያን ይፈልጦ እዩ ይኹን እምበር ጉዳይ ዝምልከቶም ሰባት ሐደ ብሐደ ክርአይ ኣለዎ ይብል። እዚ ቅጥዓዊ ዘይኮነ ወለንታዊ አሰራርሐ ናይቶም መንግስታዊ ቢትጽሕፈታት እዩ። ስጋብ 2017 ኢምባስታት ብናይ ሃይማኖት ትካላት ወይ ድማ ንምስክርነት ዝበቅዕ ወረቀት ይቕብልዎ ኔሮም። ሕጂ ግና ተመሳሳላይ ኩነታት ብቤት ፍርድን ይግባይ ብምባልን እዩ ዝረጋገጽ።
ናይ ጀርመን መንግስታዊ ቤት ጽሕፈታት ነቲ ካብኡ ሃዲምና ዝገደፍናዮ፣ ዜጋታቱ ዘባሳብስን ዝሃድንን ዘሎ መንግስቲ መሊሱ ከነአእሰናን ከዋርደናን ክንከዶ ካብኡ ሐሊፉ ድማ ነዚ ውልቀ መላኺ ብገንዘብ ክንሕግዞ ይግድዱና ኣለው።

ነዚ ኹሉ ብጥብቂ ንቃወም!

  • ዝምልከቶም ናይ ጀርመን ቢት ጽሕፈታት ዝጠልብዎም ዶክመንታት፥ ክነምጽኦም ዘይንኽልን ኣሸጋሪ ምኻኑን ኣሚኖም ካልእ ኣማራጺ፡ ከም ናይ ሀይማነታዊ ትካላት ዝህቡና ዶኩመንትን ናይ ቤተሰብ ስእልን ካልእ ተመሳሳሊ መረጋገጽን ክቕበሉ ንጠልብ!
  • ናይ ጀርመን ኢምባስታትን ነቲ ጉዳይ ንምስላጥ ዝምልከቶም ቢት ጽሕፈታትን፥ ንናይ ስድራ ጥርናፈ ቀዳምነት ክህብዎን ንምስርሑ ዝወስዶ ንዊሕ ግዜ ክሕጽርዎን ንጠልብ!

ነዞም ጠለባትና ኣብ መገዲ ኣመሐላሊፍና፣ ኣብ መወዳእታ ንናይ ጀርመን ናይ ወጻኢ ጉዳይ ሚንስተር ከነረክቦ ኢና።

ሰላማዊ ሰልፊ ኣብ በርሊን፣ ሶኒ 13.07.2020
ዝጅመረሉ: ሰዓት 11:00 Uhr Tränenpalast, S-Bahnhof Friedrichstraße

ኣብ ሞንጎ ዝግበር መደረ፡ ሰዓት 12:15 ኣቢሉ ቅድሚ Deutschen Bundestag, ሰዓት 13:15 ኣቢሉ ቅድሚ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Glinkastraße 24, 10117 Berlin
መዕጸዊ: ሰዓት 14:00 -15:00 ኣቢሉ ቅድሚ ናይ ወጻኢ ጉዳይ ምኒስትሪ (Auswärtiges Amt), Werderscher Markt 1, 10117 Berlin

ኣብ ሰላማዊ ሰልፊ ንምስታፍ ምርሕሓቕ ከምኡ ድማ ኣፍናን ኣፍንጫናን ንሽፍነሉ ማስክ ምጥቃም ግዴታ እዩ!

ኣዳለውቲ፡
ሰብ ጉዳይ ኤርትራውያን ስደኞታት „Initiative Familiennachzug Eritrea“

ተሐጋገዝቲ
Unterstützer*innen:
Eritreische Gemeinschaft Berlin und Umgebung EGBU, Uniting Eritrean Voices in Germany e.V. (UEVG e.V.), Initiative „Familienleben für Alle!“, PRO ASYL Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e.V., Flüchtlingsrat Berlin e.V., Hessischer Flüchtlingsrat e.V., Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V., Flüchtlingsrat Brandenburg e.V., Flüchtlingsrat Hamburg e.V., Flüchtlingsrat Baden-Württemberg, Flüchtlingsrat Thüringen e.V., Flüchtlingshilfe Schönkirchen e.V., Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.

Kontakt:
Flüchtlingsrat Berlin, www.fluechtlingsrat-berlin.de, buero@fluechtlingsrat-berlin.de, Tel.: 030 224 76311


Auch Geflüchtete haben ein Recht auf Familie!

Wir sind ca. 1200 anerkannte schutzberechtigte Menschen aus Eritrea und haben einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Trotzdem müssen unsere Kinder und Ehepartner*innen jahrelang in politisch instabilen Drittstaaten wie dem Sudan und Äthiopien auf den Familiennachzug warten und unsere Familien sind seit vielen Jahren schmerzhaft getrennt.

Denn die deutsche Bürokratie legt uns unüberwindbarer Hürden in den Weg:

Für ein Visum zum Familiennachzug sollen wir bei den deutschen Botschaften Dokumente einreichen, die wir nicht haben und nur unter unzumutbaren Bedingungen besorgen können.
Die deutschen Behörden verlangen von uns, dass alle Dokumente in Eritrea staatlich geprüft werden müssen. Dafür müssen wir jemand in Eritrea bevollmächtigen, diese Vollmacht muss bei der eritreischen Botschaft erledigt werden. Dort müssen wir eine Reueerklärung unterschreiben, in der wir erklären, dass es uns Leid tut, unser Land verraten zu haben, indem wir geflüchtet sind. Gleichzeitig akzeptieren wir durch die Erklärung jegliche Strafe, die der eritreische Staat für angemessen hält. Außerdem zwingt die Botschaft uns, die sogenannte Aufbausteuer (monatlich 2% des eigenen Nettoeinkommens) an den eritreischen Staat zu bezahlen.
Das alles ist dem Auswärtigen Amt, die den Botschaften übergeordnete Behörde, auch bekannt. Trotzdem behauptet das Auswärtige Amt, die Unzumutbarkeit dieses Verfahrens sei nur in einer „Einzelfallprüfung“ festzustellen. Das nennen wir Behördenwillkür: Bis 2017 haben die Botschaften auch religiöse Eheurkunden oder andere Beweise für die familiäre Bindung akzeptiert. Mittlerweile werden individuelle Beweise der Familienzusammengehörigkeit erst im Klage- oder Remonstrationsverfahren überprüft.

So zwingen uns deutsche Behörden zu den Vertreter*innen der gleichen Regierung zu gehen, vor der wir geflohen sind. Sie erlauben dem eritreischen Verfolgerstaat, uns zu demütigen und uns zu zwingen, diese Diktatur auch noch finanziell zu unterstützen.

Dagegen wehren wir uns!

  • Wir fordern die zuständigen deutschen Behörden auf, die Unzumutbarkeit der Dokumentenbeschaffung aus Eritrea anzuerkennen und stattdessen individuelle Nachweise der Familienzusammengehörigkeit (zum Beispiel vorhandene kirchliche/islamische Urkunden oder Familienfotos) zu akzeptieren.
  • Wir fordern die Botschaften und die Ausländerbehörden auf, die Anträge auf Familiennachzug prioritär zu behandeln. Die langen Warte- und Bearbeitungszeiten müssen sich verkürzen.

Diese Forderungen tragen wir auf die Straße und werden sie bei unserer Abschlusskundgebung dem Auswärtigen Amt übergeben.

Demonstration in Berlin am Montag, 13. Juli 2020
Auftakt: 11:00 Uhr am Tränenpalast, S-Bahnhof Friedrichstraße
Zwischenkundgebungen: ca 12:15 Uhr vor dem Deutschen Bundestag, ca 13:15 Uhr vor dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Glinkastraße 24, 10117 Berlin
Abschlusskundgebung: ca 14:00-15:00 Uhr vor dem Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin

Für die Teilnahme an der Demonstration ist das Einhalten von Abstandsregeln und das Tragen von Atemschutzmasken zwingende Voraussetzung.


Also refugees have a right to family!

We are about 1200 recognized refugees from Eritrea and have a legal right to family reunification. Nevertheless, our children and spouses have to wait years in politically unstable third countries such as Sudan and Ethiopia for family reunion and our families have been painfully separated for many years.

This is because the German bureaucracy puts insurmountable hurdles in our way:

For a visa for family reunion, we are supposed to submit documents to the German embassies that we do not have and can only obtain under unacceptable conditions.
The German authorities require us to have all documents in Eritrea checked by the state. For this we must authorize someone in Eritrea, this authorization must be done at the Eritrean embassy. There we have to sign a declaration of regret in which we declare that we are sorry that we betrayed our country by fleeing. At the same time we accept by this declaration any punishment that the Eritrean state considers appropriate. Furthermore, the embassy forces us to pay the so-called rebuilding tax (monthly 2% of our own net income) to the Eritrean state.
All this is well known to the German Federal Foreign Office , the authority superior to the embassies. Nevertheless, the Federal Foreign Office claims that the unacceptability of this procedure can only be verified in an “individual case examination”. This is what we call authority arbitrariness: until 2017, the embassies also accepted religious marriage certificates or other evidence of family ties. In the meantime, individual proofs of family ties are only examined in lawsuit or remonstration proceedings.

We fight against this!

  • We call on the responsible German authorities to recognize the unreasonableness of obtaining documents from Eritrea and to accept instead individual proof of family membership (for example, existing church/Islamic documents or family photos).
  • We call on the embassies and the foreigners authorities to give priority to applications for family reunification. The long waiting and processing times must be shortened.

We are taking these demands to the streets and will hand them over to the Federal Foreign Office at our final rally.

Demonstration in Berlin on Monday, 13 July 2020

Kick-off: 11:00 am at the Tränenpalast, S-Bahn station Friedrichstraße

Interim rallies: approx. 12:15 p.m. in front of the German Bundestag, approx. 1:15 p.m. in front of the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth, Glinkastraße 24, 10117 Berlin
Closing rally: approx. 14:00-15:00 in front of the Foreign Office, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin

To participate in the demonstration, the observance of distance rules and the wearing of masks are mandatory requirements.

4 Kommentare

  1. als ehrenamtliche Betreuer haben wir in unserer Gemeinde immer wieder mit diesen Fällen zu tun. Uns erscheint es, als blockierten die Botschaften bewusst und mit allen Mitteln die Zusammenführung der Familien. Immer wieder werden Dokumente gefordert, die diese Familien nicht liefern können und jede NGO, die sich mit diesen Ländern befasst, kann es bestätigen, dass es gerade in Eritrea diese Dokumente nicht gibt.
    Wie sollen sich die Menschen bei uns integrieren, wenn sie weiterhin von ihrer Familie getrennt leben. Dann wäre es humaner gewesen, ihren Asylantrag von vornherein abzulehnen. Was tun wir diesen Menschen an. Und mit welcher Ignoranz die Botschaften auf Nachfragen reagieren. Ständig sind sie total überlastet. Es gibt sicher viele Studenten, die während ihres Praktikums auch in diesen Ländern arbeiten würden, wir geben so viel Geld für Unsinniges aus. Warum helfen wir nicht diesen Familien, wirklich in Deutschland anzukommen.

    1. Liebe Christel Ende,

      wir teilen deine Empörung voll und ganz. Ja, es ist ein Skandal wie das Auswärtige Amt mit diesen Blockaden Menschenrechte mit Füßen tritt. Aber in einem Punkt muss ich widersprechen: Deutschland darf ASylanträge nicht einfach nach Lust und Laune entscheiden (Auch wenn das BAMF das oft tut und deshalb oft von Gerichten korrigiert wird) Deutschland ist nach internationalem Recht verplichtet! schutzsuchenden verfolgten Menschen Asyl zu gewähren.
      Solidarische Grüße,
      Dorothea

  2. Aha! Sehr interessant! Mein kritischer Kommentar wurde also gelöscht bzw. erst gar nicht veröffentlicht. Kritik und/oder Ablehnung von weiterer Zuwanderung sind wohl nicht erwünscht.

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